
DED in Haiti .
Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem Erdbeben der Stärke 7.1 heimgesucht. Die menschliche Tragödie ist unvorstellbar. 1,5 Mio. Menschen, d.h. 15 % der Bevölkerung, sind direkt betroffen. Die Zahl der Toten und Verletzten wird auf 300.000 geschätzt. Nach wie vor werden Menschen vermisst. Ca. 1,3 Mio. Menschen leben in provisorischen Ansiedlungen unterschiedlicher Qualität. Mehr als 600.000 Personen haben Zuflucht in anderen Landesteilen gefunden. Auch internationale Organisationen, allen voran die UN haben haben Verluste zu verzeichnen. Die Zerstörung der Infrastruktur ist immens. 105.000 Wohngebäude sind total und 208.000 teilweise zerstört. 1.300 Schulen und 50 Krankenhäuser sind eingestürzt oder nicht mehr nutzbar. Der Druck auf die vulnerable Umwelt, deren Zerstörung bereits vor dem Erdbeben rote Indikatoren aufzeigte, wurde durch die Katastrophe erheblich erhöht.
Sehr schnell nach dem Beben war es offenkundig: die Schreckensbilanz einer der größten Katastrophen der Erdgeschichte wurde nicht nur durch den seismischen Schock hervorgerufen, sondern sie resultiert ebenso aus Tatsachen wie einer sehr hohen Bevölkerungsdichte im Großraum der Hauptstadt Port-au-Prince, in der Abwesenheit bautechnischer Normen, im katastrophalen Zustand der Umwelt, in nicht-geregelter, wilder Ansiedlung von Slums und in der Zentralisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten. 65% der wirtschaftlichen Aktivitäten Haitis sind auf die Hauptstadt konzentriert, aus welchen 85% des Steuereinkommens des Landes erwirtschaftet werden.
Im Rahmen der Nothilfe haben
- Mehr als 1,3 Mio. Menschen Lebensmittelhilfe erhalten
- 1,3 Mio. Menschen Zugang zu Trinkwasser
- Mehr als 1 Mio. Menschen Zelte und Notunterkünfte erhalten
- Mehr als 500.000 Menschen wurden geimpft.
Auf der Geberkonferenz am 31.03.2010 in New York hat Haiti Zusagen über 9,1 Mrd. US$ erhalten. Die Zusagen erfolgten auf Basis des „Aktionsplans für Aufbau und Entwicklung", der den „Strategieplan für Wachstum und Entwicklung" ersetzt.
Die Arbeit des DED im Kontext des Erdbebens 2010
Die auf mittel-und langfristige Wirkung ausgelegte Entwicklungszusammenarbeit des DED ist nach dem Erdbeben wichtiger denn je:
- Durch Binnenmigration wächst die Notwendigkeit, Einkommensquellen in ländlichen Regionen zu schaffen und lokale Infrastruktur zu verbessern.
- Förderung von Dekonzentration und Dezentralisierung kann dazu beitragen, den Wiederaufbau als Entwicklungschance zu nutzen.
- Zahlreiche Partnerorganisationen passen ihre Arbeit an die veränderten Bedingungen an und werden dabei vom DED unterstützt.
Die Fachkräfte des DED können zudem mit ihrer Erfahrung und Sprachkenntnis dazu beitragen, den Dialog zwischen neu angekommenen Hilfsorganisationen und haitianischen Partnern zu erleichtern.
Wiederaufbauhilfe nach dem Erdbeben
Der DED beteiligt sich am Transitional-Shelter-Projekt der GTZ in Léogâne im Bereich Community Mobilizing.
Das Landesprogramm des DED Haiti
Das DED-Landesprogramm wurde 2005 in Abstimmung mit dem BMZ konzipiert. Seitdem unterstützt der DED nationale und regionale staatliche Institutionen und Nichtregierungsorganisationen in den Arbeitsfeldern
- Förderung von Demokratie und Dezentralisierungsprozessen und
- Ressourcenschutz und Umweltpolitik.
Das Programm wird seit 2007 vom Landesbüro des DED in Port-au-Prince gesteuert und umfasst 20 Entwicklungshelferstellen und 7 einheimische Fachkräfte.


